Siri Hustvedt

139 | Der Trost des Vertrauten

„Nach dem Ausladen des Gepäcks öffnete sie (die Mutter, G.E.) alle Fenster und Türen und ließ die kühle Mailuft durchs Haus wehen. Sie schaltete das alte Radio an, Musik tönte über das Grundstück bis in den dahinter gelegenen Wald. Schön war es in dieser Welt, die sich nicht gleich veränderte, wenn man ihr mal kurz … Weiterlesen …

117 | „Disziplinierte Wut“

„Ein Mensch, dem der Lebenssinn abhandenkommt, wird Selbstmord begehen. Eine menschliche Einrichtung, sei es eine Familie oder sei es ein Staat, die nur noch – und sei es bestens – funktioniert, aber die nichts darüber hinaus verbindet, die von keiner gemeinsamen Idee oder Vision oder ideellem Interesse getragen und verbunden ist, ist tot und wird … Weiterlesen …

101 | Vom Antirealismus der Gefühle

„Das Hickhack, der Streit und die moralische Schwäche, die in der Gruppe ausgebrochen sind, werden auf eine vulnerable oder marginale Person übertragen, jemanden, der wenig oder keine Verteidiger hat, einen Menschen, der die Schuld aufsaugt wie ein Schwamm: die Hexe, der Zigeuner, der Jude, der Homosexuelle, der Schwarze, der Muslim, der Emigrant, der Epileptiker, der … Weiterlesen …